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100 Jahre Landgasthof Hotel
Restaurant Rührberger Hof
Kapitel 1: Erste Benennung des Rührberger im Jahre 1294
In einend Pergamenturkunde des Stifts Rheinfelden vom 12. Juli 1294 wird der Ruhrberg erstmals urkundlich erwähnt.
In dieser Urkunde gibt der Ritter Hiltprant von Degendfelden bekannt, dass er sein dortiges Gut dem Ritter Cuonrat von
Degerfelden verkauft hat. Hier folgt ein kurzer Textauszug, wobei in Klammer einige Bezeichnungen in der heutigen Schreibweise eingefügt wurden:
"Ich her Hittprant von Tegerueld (Degerfelden), ein ritter, tuon kvnt (kund) alten den die diesen bnef an sehent older (oder)
lesent, das ich han gen (gegeben) zu kovffende (kaufen) her) Cvonrat (Konrad) von Tegerveld einem ntter das guot das ich
hatte vf dem Ruerberge, das da giftet drvl (drei) vierteil rocchen und drvi vierteil habem (Hafer)_._"
Nahezu alle Siedlungen sind im allgemeinen älter als ihre Ersterwähnungen. So ist in Wyhlen zum Beispiel schon 1287
der Familienname Ruerberch' belegt, der natürlich auf den gleichnamigen Hof zuruckgeht.
Der Name Rührberg" kommt mit Sicherheit von mittelhochdeutsch ruor' = Auflockerung der Erde, zweites Pflügen. "ruor' muss in unserem Falle
wohl in der Bedeutung von ,Reute`, Rodung" verwendet worden sein, so dass wir es mit einer Rodesiedlung zu tun haben.
Sicher hat es sich nie um eine größere Siedlung gehandelt, obwohl 1337 von ,den Dörfern und Bannen zu Wolpisberg und ze Rverberg- die Rede ist.
Wir mussen vielmehr von einem einzigen Gut ausgehen, da früher immer nur von einem Hof auf dein Ruhrberg oder vom ,Hof Ruhrberg" die Rede ist
dieses Gut wurde später dreigeteilt, denn seit mindestens 1734 sind drei Meier nachgewiesen.
Von den Zehnten stand dem Kloster Himmelspforte der Großzehnt zu, der aber im 16. Jahrhundert an die Kommende Beuggen verpachtet wurde.
Den kleinen Zehnten besaß die Pfarrei Wyhlen, der die Bewohner des Hofes kirchhörig waren.
Daran enrlnert auch der 1498 erstmals erwähnte alte Kilchweg", der in das Dorf hinunterführte.
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Kapitel 2: Auf dem Rührberg wird im Jahre 1726 ein erstes Gasthaus erwähnt.
Auf dem Rührberg wurde seit dem Jahre 1726 Gastlichkeit angeboten. Erstbekannter Wirt war Hans Ulrich Schmidt, der seinem Wirtshaus den Namen Zur Sonne' gab. Weitere Sonnenwirte waren 1831 Franz Anton Bühler und ab 1869 David Probst. Das Gasthaus stand östlich des späteren Rührberger Hofes", und ist heute das Anwesen von Franz Anton Deschler, Feldbergstraße 17. Im Frühjahr 1902 wurde das Wirtshaus "Zur Sonne" eingestellt.
Kapitel 3: Ambros Weiss ist der erste Wirt des Wirtshauses "Rührberger Hof"
Am 12. Juli 1902 beabsichtigte der Rührberger Landwirt Ambros Weiss, der seit 1896 Witwer war und dessen Wurzeln aus dem bis noch im Jahre
1803 vorderösterreichischen Fricktal (danach Schweiz Kanton Aargau) und dort aus dem Dorf Kaisten zurückzuverfolgen sind, eine Wirtschaft
betreiben zu dürfen In seinem Gesuch an das Großherzogliche Badische Bezirksamt in Lörrach berichtete Ambros Weiss, dass das Rührberger
Wirtshaus -Zur Sonne" den Betneb seit 3 Monaten eingestellt habe. Es kamen aber an schönen Tagen, vor allem sonntags, viele Besucher auf
den Rührberg. Außerdem befahren viele fremde Fuhrwerke die durch den Weiler Ruhrberg führende Verbindungsstraße von Inzlingen nach Wyhlen und
nach Degerfelden Sein haus läge sehr günstig an dieser Durchgangsstraße, damalige Adresse Haus Nr. 168 Wyhlen-Rührberg. Sein landwirtschaftliches
Anwesen wäre als Wirtshaus gut einzurichten. Das vorgesehene Wirtszimmer habe 29 qm mit einem anschließenden Nebenzimmer von ca. 20 qm. Neben der
Kuche, die von seiner ledigen Tochter Frida Weiss betreut werde, verfüge er über 2 Ställe (Vieh- und Saustall) sowie eine Scheune und einen Schopf.
Der Bezirksrat (Gremium von 7 gewahlten Vertretern des Amtsbezirkes Lörrach sowie dem Bezirksamtvorsitzenden des Großherzoglichen Badischen Bezirksamtes
Lörrach befürwortete am 20. August 1902 sein Anliegen und stellte ihm am gleichen Tag eine Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft mit
Branntweinausschank aus Mit Datum vorn 25 September 1902 eröffnete Ambros Weiss die Wirtschaft .Zum Rührberger Hof.
Ambros Weiss war der geborene Gastwirt von kräftiger Statur und im Alter mit Vollbart. Er war ein stark mit der Natur verbundener Mensch
mit fortschrittlicher Einstellung. Er begegnete seinen Mitmenschen und Gästen freundlich und hatte stets für die Sorgen und Nöte der Anderen
ein offenes Ohr.
Diese positiven Charaktereigenschaften sowie seine gemütlich eingerichtete ländliche Wirtsstube und die gute Verpflegung neben dem Ausschank
von selbst ausgebautem Wyhlener Weißen und Hertener Roten machte das Wirtshaus Zum Ruhrberger Hof' rasch und weit über die Gemarkungsgrenze
von Wyhlen und Rührberg bekannt. Aus einem Umkreis von gut 20 Kilometer strömten zufriedene und neue erwartungsvolle Gäste sowie Gruppen und
Vereine, vor allem vom Frühjahr bis in den Herbst zum Rührbergerhofwirt Ambros Weiss. Der durstige Wanderer wurde von Anfang an mit einem frisch
gezapften Reitter-Bier oder einem Schoppen Wein begrüßt und verweilte gerne bei Gesang in der lauschigen Laube oder Gartenwirtschaft, die östlich
des Wirtshauses angegliedert war. Als Ambros Weiss am 27. Januar 1931 fast 90 jährig für immer seine Augen schloss und seine letzte Ruhestätte auf
dem Gottesacker in Wyhlen fand, trauerte neben seiner Familie ein großer Freundeskreis um diesen treudeutsch gesinnten und verdienten Mann Mit seinem
Tode ging eine ära zu Ende und stellte für manchen Stammgast eine harte Zäsur dar.
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Kapitel 4: Das Wirtshaus wird ab 1973 durch die Familie Düster als Hotel-Restaurant geführt
Zum 1. April 1973 führte Josefine Düster unter ihrem Namen das nunmehrige Hotel-Restaurant während ab dieser Zeit ihr Sohn Paul vor allem
den Küchenbetrieb leitete, aber auch den Gesamtbetrieb mitverwaltete und gestaltete. Paul Duster lernte in dieser übergangszeit seine jetzige
Ehefrau Margarete. geb. Kromer, kennen, die sich durch eine ordentliche Ausbildung gründliche Kenntnisse als Restaurantfachfrau erworben hatte.
Am 04 11.1977 fanden sich die Beiden vor dem Traualtar Sie übernahmen zum 1. Januar 1978 den Landgasthof "Rührberger Hof' eigenverantwortlich,
Mit frischem Elan wurde der Hotelbetneb ein Jahr darauf durch vier neu hinzugekommene Fremdenzimmer ergänzt. Gleichzeitig erfuhr die Küche eine
Modernisierung und Erweiterung Auch wurde zu dieser Zeit die heutige große Sommerterrasse mit Alpenblick errichtet. Im Jahre 1984 kamen nochmals
durch Dachstuhlausbau vier Gästezimmer hinzu, wodurch der Hotelbetrieb derzeit über 13 modern eingerichtete Fremdenzimmer verfügt
Dem innovativen Ehepaar Paul und Margarete Düster, die nun auf dem "Rührberger Hof" seit fast 25 Jahren die 4. Wirtegeneration vertreten, merkt
man an, dass sie Freude und Berufung in ihrem Metier finden, was sich positiv auf die Gäste überträgt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass
sowohl der Tagesgast als auch der Hotelgast ein Haus vorfindet, wo Küche. Keller und Beherbergung in einem gut ausgewogenen Preis/Leistungsverhältnis,
den gutbürgerlichen bis gehobenen Anspruch erheben. Das beweist die große Anzahl zufriedener Gäste, die aus dem Raum Lörrach bis Bad Sackingen und
natürlich die vielen verwohnten Schweizer Gäste aus der Region Basel, ja sogar aus der Gegend von Zürich und Bern, den Weg zum
"Landgasthof-Rührberger Hof" finden.
Der Verfasser dieser kleinen Hauschronik wünscht dem Gastgeberehepaar Düster mit ihren drei Kindern im Jubiläumsjahr weiterhin Erfolg,
Gesundheit und Zufriedenheit.
Möge der Gasthof Rührberger Hof noch viele weitere Jahrzehnte zufriedene Stammgäste und neue erwartungsvolle Gäste aufnehmen.
Michael Fautz
Lörrach-Hauingen
Im Mai 2002
